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Die alten Römer haben Unmengen an Olivenöl verbraucht

  • Autorenbild: Vincenzo
    Vincenzo
  • 1. Dez.
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 3 Tagen


Der Hügel der Scherben - eine Fundgrube für Archäologen
Der Hügel der Scherben - eine Fundgrube für Archäologen

Mitten in der Hauptstadt Rom gab es am Tiber einen Flusshafen, wo alle möglichen Waren aus dem römischen Reich angelandet wurden. Auch Olivenöl wurde mit großen Amphoren abgeladen. Aber da das eigene Öl aus Italien und Sizilien nicht ausreichte, kamen aus den Regionen rund ums Mittelmeer weitere große Mengen, um den Appetit der alten Römer zu stillen. Aus Andalusien zum Beispiel (damals Baetica genannt) kamen 25-50 Millionen Liter Olivenöl pro Jahr. Auch Nordafrika war ein wichtiger Lieferant. Die Amphoren, die für den Transport benutzt wurden, konnte man allerdings nur einmal verwenden. Der Grund: Es war unmöglich, sie richtig zu reinigen und man konnte sie nicht für andere Zwecke benutzen. Die tönernen Gefäße wurden daher kaputtgeschlagen. In der Zeit des Kaisers Augustus (63 v. Chr. - 14 n. Chr.) wurde eine Sammelstelle für diese Scherben (testae auf Lateinisch) auf der linken Seite des Tibers organisiert. Vom Hafen und von allen Stadtteilen Roms brachten Karren die öligen Scherben dorthin. Innerhalb drei Jahrhunderten ist ein Hügel von ca. 50 Meter Höhe und einem Kilometer Umfang entstanden! Dieser Hügel heißt Monte Testaccio (von testae=Scherben). Ab dem 6. Jahrhundert diente dieser inzwischen begrünte Hügel als Weide für Schafe. Der im letzten Jahrhundert in der Nähe entstandene Stadtteil trägt sinnigerweise den Namen Testaccio.

Auf Grund der Mengen an Scherben am Monte Testaccio haben Archäologen den Verbrauch an Öl der Römer in 300 Jahren auf ca. sechs Milliarden Liter geschätzt. Das sind umgerechnet 20 Liter pro Kopf und Jahr!  Zum Vergleich: Die Deutschen verbrauchen ca. einen Liter pro Kopf und Jahr. Italien heutzutage immerhin 10,5 Liter.

 
 
 

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